Klimafreundlichere Zellproduktion

Um die Umweltverträglichkeit der Batterieproduktion zu verbessern, hat das britische Start-up-Unternehmen Anaphite eine neue Technologie für die Zellherstellung präsentiert. Durch neue Trockenbeschichtungsverfahren für Elektroden, an denen auch andere Entwickler arbeiten, soll sich der Energiebedarf bei der Zellfertigung erheblich senken lassen. Der wesentliche Unterschied liegt dabei im Produktionsprozess der Elektroden. Bei der herkömmlichen Nassbeschichtung werden die aktiven Materialien mit Lösemitteln vermischt und anschliessend in grossen Öfen getrocknet. Das neue Trockenverfahren von Anaphite verzichtet nun vollständig auf diesen energie- und kostenintensiven Trocknungsprozess. Die Bestandteile der Elektrode werden kombiniert in einem genau definierten Material, das direkt aufgetragen werden kann. So erübrigen sich Lösemittel sowie Verdampfung und Abluftreinigung. Derzeit arbeitet Anaphite daran, die Technologie in grösserem Massstab zu etablieren und gemeinsam mit der Automobilindustrie zur Marktreife zu bringen.
Durch das neue Verfahren soll sich der CO?-Ausstoss pro kWh Zellkapazität um 3,57 kg senken lassen. Für eine typische 75-kWh-Batterie in einem Mittelklasse-EV könnten also rund 268 kg CO? eingespart werden. Hochgerechnet auf die weltweite Batterieproduktion im Jahr 2025 ergäbe sich laut Anaphite ein Einsparpotenzial von rund 7 Mio. t CO?. 
Ab 1. Januar 2027 werden im EU-Raum Batteriepässe verpflichtend eingeführt. Diese sollen den ganzen CO?-Fussabdruck jeder Batterie bis hin zum Recycling erfassen und gemäss ISO-Norm 14067 dokumentieren. Noch sind die genauen Grenzwerte aber nicht definiert. Enthalten auf dem Batteriepass sind neben der Batterie-ID und Herstellerinformationen auch genaue Angaben zu Materialzusammensetzung, CO?-Bilanz und Recycling-Fähigkeit. Ergänzt werden die Angaben durch Hinweise zu Umwelt- und Sozialkriterien wie die Einhaltung der OECD-Leitlinien für verantwortungsvolle Lieferketten.