E-Autos helfen bei der Energiestrategie

Eine neue Studie des Schweizer Forschungskonsortiums Pathfndr [sic] unter der Leitung der ETH Zürich zeigt, dass Elektroautos und flexibel gesteuerte Wärmepumpen in Zukunft Stromimporte reduzieren und Strompreise senken könnten. Christian Schaffner, Co-Leiter des Projektes: «Beide Technologien stimmen den steigenden Stromverbrauch besser mit der Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen ab. Das entlastet das Stromnetz, verringert die Importe und senkt die Strompreise im Grosshandel – vor allem in den Wintermonaten.»
Bei Aussentemperaturen von 0°C können intelligent gesteuerte Wärmepumpen in Gebäuden mit Minergiestandard bis zu zehn Stunden abgeschaltet sein, ohne dass die Raumtemperatur spürbar sinkt. Auch Elektroautos sind beim Laden an der Wallbox oft länger am Netz, als es für eine Vollladung nötig wäre. Die Studie berechnet, dass in der Schweiz im Jahr 2050 rund 4% mehr erneuerbarer Strom zur Verfügung stehen werde, wenn Wärmepumpen und Elektroautos flächendeckend flexibel koordiniert und gesteuert werden. Ausserdem könnten die Netto-Stromimporte über das ganze Jahr hinweg um rund 20% sinken. Ein weiterer Vorteil wäre gemäss Pathfndr-Studie, dass die Strompreise im Grosshandel aufgrund einer gleichmässigeren Verteilung von Angebot und Nachfrage mittels flexibler Wärmepumpen und Elektroautos sinken könnten – um bis zu 6% in den Wintermonaten.
Die ETH-Teams untersuchten für die Studie rund 50 Netzgebiete in der Schweiz. Sie kommen zum Schluss, dass die Spitzenlasten in Quartieren durch flexibel gesteuerte Wärmepumpen und Elektroautos sinken würden und dadurch teure Verstärkungen der Verteilnetze verzögert und reduziert werden könnten. Allerdings sollten Betreiber von Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen einen Anreiz erhalten, ihr Heiz- und Ladeverhalten anzupassen. Möglich wäre dies beispielsweise durch dynamische Stromtarife, die zeitlich flexibles Laden und Heizen belohnen.