Das Aus vom Aus

Eigentlich hatte sich die EU vor rund drei Jahren darauf geeinigt, dass Neuwagen ab 2035 kein CO2 mehr ausstossen dürfen, Autos mit Verbrennungsmotor also nicht mehr neu zugelassen werden. Dieses strikte Ziel wird nun aufgeweicht. Künftig sollen nur noch bis zu 90% CO2 im Vergleich zum Basisjahr 2021 eingespart werden müssen. Die übrigen 10% wären anderweitig zu kompensieren – entweder durch die Verwendung von CO2-armem, in Europa hergestelltem Stahl in der Fahrzeugproduktion oder durch die Zumischung von biogenen und synthetischen Treibstoffen. Mit einem ‚Batterie-Booster‘-Zuschuss in der Höhe von 1,8 Milliarden Euro will die EU in den kommenden Jahren die Entwicklung einer vollständig in Europa aufgebauten Batterie-Wertschöpfungskette unterstützen. Dies soll zur Stärkung gegenüber den marktbeherrschenden, vor allem aus China stammenden Akteuren auf dem Weltmarkt beitragen.
Die Importeurenvereinigung Auto-Schweiz begrüsst die Entscheidung der EU-Kommission, der europäischen Automobilbranche entgegenzukommen. Immerhin sind mit ihr rund 13 Millionen Arbeitsplätze verbunden. In der Schweiz ist die Automobilbranche ausserdem von Sanktionszahlungen in dreistelliger Millionenhöhe betroffen, weil sich noch immer zu wenig Neuwagenkäufer für Steckerfahrzeuge entscheiden. Wird an dieser aus ökologischer Sicht wenig sinnvollen Swiss-Finish-Extrawurst festgehalten, dürfte sich die Mobilität in unserem Land weiter verteuern. Zur schnelleren Skalierung der Elektromobilität muss gemäss Auto-Schweiz der Zugang zu günstigem Strom für Mieter und Stockwerkeigentümer sowie in den Agglomerationen vereinfacht werden. Zusätzlich könnten biogene und synthetische Treibstoffe die CO2-Emissionen im bestehenden Fahrzeugpark unverzüglich senken und damit die Klimaziele zu erreichen helfen. Auf Schweizer Strassen sind derzeit rund 375'000 Steckerfahrzeuge unterwegs. Der Bestand liegt also bei rund acht Prozent. Der Marktanteil bei den Neuzulassungen betrug Ende 2025 etwa 33%.