Bei BMW soll die sogenannte Physical AI (physische KI) digitale Künstliche Intelligenz mit realen Maschinen und Robotern verbinden. So werden dann intelligente Systeme wie humanoide Roboter in reale Produktionsprozesse eingebunden. Ziel eines Pilotprojekts im Werk Leipzig ist es, humanoide Robotik in die bestehende Serienproduktion von Automobilen zu integrieren und weitere Einsatzmöglichkeiten in der Batteriefertigung und der Komponentenproduktion zu erkunden. Projektpartner aus dem Bereich Sensorik und Software ist Hexagon, dessen Division Hexagon Robotics mit Sitz in Zürich auf das Thema Physical AI spezialisiert ist und schon im Juni 2025 den ersten humanoiden Roboter vorgestellt hat. Nach ersten erfolgreichen Tests im Labor gab es im Dezember 2025 einen ersten Testeinsatz im BMW-Werk Leipzig. Geplant ist nun ein weiterer Testeinsatz ab April 2026, um eine vollständige Integration für die eigentliche Pilotphase ab Sommer 2026 sicherzustellen. Schwerpunkt des Einsatzes ist die Erprobung einer multifunktionalen Anwendung des Roboters. Der menschenähnliche, auf Rollen dynamisch einsetzbare Korpus des Roboters kann verschiedenste Hand- und Greifelemente oder Scan-Werkzeuge flexibel andocken.
Der weltweit erste Einsatz humanoider Roboter in einem BMW-Werk hat 2025 in Spartanburg, USA, stattgefunden. Dabei hat sich gezeigt, dass Physical AI unter realen Bedingungen einen messbaren Mehrwert leisten kann. Zehn Monate lang unterstützte der Roboter Figure 02 die Produktion von mehr als 30’000 BMW X3. Er arbeitete er von Montag bis Freitag in einer 10-Stunden-Schicht und übernahm dabei die präzise Entnahme und Positionierung von Blechteilen für den Schweissprozess – eine Aufgabe, die anspruchsvoll und körperlich ermüdend ist. In diesem Pilotprojekt wurde bestätigt, dass humanoide Roboter präzise, wiederholgenaue Arbeitsschritte sicher ausführen können. Die Tetsphase brachte auch wichtige Erkenntnisse für den weiteren Einsatz von Physical AI in der Produktion.

