Im Rahmen des 47. Wiener Motorensymposiums präsentierte Volkswagen Ende April Details des neuen Vollhybridsystems, das im vierten Quartal 2026 in den Modellen Golf und T-Roc auf die Strasse kommen wird. Eine Ladeinfrastruktur wird nicht benötigt, denn die Energie für die elektrischen Antriebsphasen wird an Bord des Fahrzeugs durch Rekuperation sowie durch einen 1,5-l-Turbobenziner gewonnen. Herzstück des Antriebssystems ist ein kompaktes Hybridmodul, das einen Generator (EM1), einen Antriebsmotor (EM2), eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung zum direkten Durchtrieb des Verbrennungsmotors sowie die Leistungselektronik enthält. Im Verbund mit dem optimierten 1,5-l-Motor TSI evo 2 (Turbolader mit variabler Geometrie, Miller-Zyklus), der einen maximalen Wirkungsgrad von 39% erreicht, entstand ein Antriebsstrang mit Höchstleistungen von 100 respektive 125 kW. Zum Hybridsystem gehört eine 1,6-kWh-Hochvoltbatterie mit hybridspezifischer NMC-Zellchemie. Im Vorderwagen integriert sind ausserdem ein elektrischer Klimakompressor und ein elektrischer Bremskraftverstärker.
Der Hybridantrieb wirkt auf die Vorderräder. Er bietet drei Betriebsmodi, die je nach Einsatzprofil automatisch aktiviert werden. Beim Anfahren, bei niedrigen Geschwindigkeiten und geringer Last ist das Auto rein elektrisch unterwegs. Beim seriell-hybriden Antrieb übernimmt die E-Maschine EM2 alleine den Antrieb, und der abgekoppelte Benziner erzeugt über den Generator EM1 Antriebsenergie. Oberhalb von rund 60 km/h ist der Verbrenner als Hauptantrieb im Einsatz, wird dabei aber von der E-Maschine als Booster unterstützt.
Das System lässt die Wahl zwischen den drei Fahrprofilen Eco, Comfort und Sport. Im Modus Eco wird die maximale Systemleistung auf 70% begrenzt und die Boost-Funktion deaktiviert. Das Profil Comfort macht die volle Systemleistung und das Boosten wieder verfügbar. Im Sportmodus wird mehr Fahrdynamik dadurch erreicht, dass der Antrieb früher in den seriellen Betrieb wechselt und damit schnell die volle Leistung zur Verfügung steht.

